14 neue Sonderforschungsbereiche - einer davon an der Universität Münster

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Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet zur weiteren Stärkung der Spitzenforschung 14 neue Sonderforschungsbereiche (SFB) ein. Die neuen SFB werden ab dem 1. Juli 2019 zunächst vier Jahre lang mit insgesamt rund 164 Millionen Euro gefördert. Sonderforschungsbereiche ermöglichen die Bearbeitung innovativer, anspruchsvoller und langfristig konzipierter Forschungsvorhaben im Verbund und sollen damit der Schwerpunkt- und Strukturbildung an den antragstellenden Hochschulen dienen.

Die Westfälische Wilhelms-Universität Münster (WWU) verbucht  dabei einen großen Erfolg: Die DFG fördert mit rund neun Millionen Euro Sonderforschungsbereich „Recht und Literatur“. Das Besondere an dem Projekt ist die interdisziplinäre Ausrichtung: Sowohl der Fachbereich Philologie und der Fachbereich Rechtswissenschaften der WWU sind federführend für den SFB verantwortlich. Sprecher ist Prof. Dr. Klaus Stierstorfer vom Englischen Seminar, sein Stellvertreter ist Prof. Dr. Fabian Wittreck vom Institut für Öffentliches Recht und Politik der WWU. Weitere Partner sind das Institut für Amerikanistik der Universität Osnabrück sowie der Fachbereich Finanzen der Hochschule des Bundes in Münster.

„Braucht das Recht die Literatur?“, und „Braucht die Literatur das Recht?“ sind die beiden Leitfragen, denen sich die Wissenschaftler im geplanten SFB widmen werden. Forscherinnen und Forscher der Literatur- und Rechtswissenschaft wollen zukünftig als gleichberechtige Partner intensiver zusammenarbeiten, als dies bisher in Deutschland geschehen ist. „Mit dem neuen SFB wird die WWU wichtiger Impulsgeber und zentrale Anlaufstelle eines wachsenden und gerade für Europa sehr wichtigen Forschungsfelds. Im Rahmen eines integrierten Graduiertenkollegs werden dafür an unserem Standort zahlreiche Nachwuchswissenschaftler ausgebildet, die die Zukunft dieser Forschungslinie entscheidend mitprägen werden“, erklärt Klaus Stierstorfer.

Durch die systematische Erforschung der Beziehung zwischen den beiden Disziplinen lässt sich eine Reihe fundamentaler Fragen zu Recht und zu Literatur, zu den mit ihnen befassten Wissenschaften, aber auch zu deren gesellschaftlicher und kultureller Bedeutung neu formulieren und aus einer neuen Perspektive heraus erforschen. Die bisherige Auseinandersetzung beider Disziplinen sei, betont Klaus Stierstorfer, mit den Kernfragen der jeweils anderen fragmentarisch geblieben. Nicht zuletzt in Anbetracht der heftig geführten Debatten zu Fakt und Fiktion oder auch zum Verschwinden klassischer Medien und dem Entstehen rechtsfreier Kommunikationsräume ist eine wissenschaftliche Reflexion über Inhalte, Prozesse und Artikulationsformen normativer und ästhetischer Wertvorstellungen wichtig. Die Forschungsgegenstände sind anschlussfähig für eine Reihe weiterer Disziplinen wie Soziologie, Politologie, Anthropologie oder die Geschichts- und Wirtschaftswissenschaften.

Sonderforschungsbereiche sind auf eine Dauer von bis zu zwölf Jahren angelegte fächerübergreifende Forschungseinrichtungen der Hochschulen, die durch die DFG gefördert werden. Sie ermöglichen die Bearbeitung innovativer und anspruchsvoller Forschungsvorhaben. Ab Juli 2019 fördert die DFG insgesamt 278 SFB. Mit dem neuen Projekt hat die WWU aktuell acht Sonderforschungsbereiche (SFB/TRR), die an der WWU angesiedelt sind oder die hochschulübergreifend unter der Federführung von WWU-Forschern arbeiten. An weiteren sieben hochschulübergreifenden SFB sind Wissenschaftler der WWU beteiligt.

Weitere Informationen

www.dfg.de/service/presse/pressemitteilungen/2019/pressemitteilung_nr_17/index.html