Auftakt Innovative Hochschule: Transfernetzwerk Soziale Innovation

Grafische Zusammenfassung der Auftaktveranstaltung

Soziale Herausforderungen gibt es zahlreiche: eine alternde Gesellschaft zu gestalten, Menschen mit Behinderung oder Fluchtgeschichte zu integrieren oder dafür zu sorgen, dass die Gemeinschaft nicht auseinanderdriftet. Um in einer Gesellschaft zu leben, zu der alle gleichberechtigt Zugang haben, müssen wir uns diesen Herausforderungen stellen. Dazu tragen die Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen (KatHO NRW) und die Evangelische Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe (EvH RWL) in Bochum bei.

Anfang des Jahres starteten beide Hochschulen das „s_inn – Transfernetzwerk Soziale Innovation“, das am Montag, 9. Juli 2018, zur Kick-Off-Veranstaltung nach Düsseldorf einlud. Beim offiziellen Auftakt im Klosterhof des Katholischen Stadthauses stellten beide „Innovativen Hochschulen“ das neue Netzwerk der Öffentlichkeit vor und hatten dazu rund 150 Vertreter_innen aus Politik, Wissenschaft, Zivilgesellschaft sowie der Sozial- und Gesundheitswirtschaft eingeladen. connectNRW war vor Ort.

"Entscheidender Beitrag zum gesellschaftlichen Fortschritt"

Anlässlich der Auftaktveranstaltung hob Bundesforschungsministerin Anja Karliczek hervor: „Für ein gutes Leben in Deutschland sind der Zusammenhalt unserer Gesellschaft und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft wichtige Grundvoraussetzungen. In der Förderinitiative ‚Innovative Hochschule‘ geht es uns deshalb nicht nur um die Förderung technologischer Innovationen. Wir fördern auch soziale und kulturelle Innovationen, die mit neuen Ideen positive Impulse für unser Miteinander setzen können. Ich freue mich, dass sich die Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen und Evangelische Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe dem Netzwerk innovativer Hochschulen angeschlossen haben. Auf die weitere Arbeit der geplanten ‘Agentur für Transfer und Soziale Innovation‘ bin ich gespannt und wünsche allen Beteiligten viel Erfolg!“

Den Stellenwert Sozialer Innovationen betonte Klaus Kaiser, Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. „Soziale Innovationen leisten einen entscheidenden Beitrag zum gesellschaftlichen Fortschritt. Sie stärken den Zusammenhalt und geben Antworten auf große Herausforderungen wie die Gestaltung einer alternden Gesellschaft, die Integration von Zugewanderten oder den Klimawandel“, so Kaiser in seinem Grußwort. „Deshalb brauchen wir starke Hochschulen, die solche Innovationen gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft vorantreiben.“ Sie könnten die Lebensqualität verbessern und zugleich auch Wohlstand und Wachstum sichern.

29 ausgewählte Vorhaben mit 48 Hochschulen

Deutschlandweit investieren die Bundesregierung und die Länder mit der Förderinitiative "Innovative Hochschule" über zehn Jahre insgesamt 550 Millionen Euro in die Umsetzung innovativer Strategien des forschungsbasierten Ideen-, Wissens- und Technologietransfers. Das „Transfernetzwerk Soziale Innovation“ gehört zu den 29 ausgewählten Vorhaben mit 48 Hochschulen der ersten Runde, die im Rahmen der Initiative „Innovative Hochschule“ gefördert werden.

Was Hochschulen in diesem Bereich tun können, das beleuchtete Prof. Dr. Jürgen Howaldt von der Technischen Universität Dortmund mit seinem Impulsvortrag „Die Rolle der Hochschulen bei der Entwicklung und Verbreitung sozialer Innovationen“. „Weltweit erproben Soziale Innovatoren neue Strategien, um komplexen Herausforderungen wie dem Klimawandel, dem demografischen Wandel oder sozialer Ungleichheit zu begegnen“, so Howaldt.

Hochschulen können wichtigen Beitrag leisten

Allerdings fehlten zurzeit in den meisten Ländern unterstützende Infrastrukturen, wie sie im Bereich der Technologieförderung erfolgreich entwickelt wurden - ebenso wie eine auf die Förderung sozialer Innovationen ausgerichtete Innovationspolitik. Hochschulen könnten da einen wichtigen Beitrag bei der Entwicklung und Verbreitung sozialer Innovationen leisten. „Es geht darum, soziale Innovationen in Forschung und Lehre zu integrieren und damit zugleich Impulse für gesellschaftliche Veränderungen zu geben“, unterstrich Howaldt in seinem Vortrag, an den sich eine angeregte Podiumsdiskussion anschloss.

„Die Erwartungen von Politik und Gesellschaft an Hochschulen haben sich verändert. Wir müssen zu sozialer Innovation beitragen“, betonte die Rektorin der Evangelischen Hochschule RWL, Prof. Dr. Dr. Sigrid Graumann, am Rande der Veranstaltung. Soziale Innovation aber hänge entscheidend davon ab, dass Menschen mitgenommen würden – nicht ganz einfach in einer pluralen und zunehmend gespaltenen Gesellschaft. In dieser Situation solle und wolle die EvH einen Beitrag zur Bewältigung zentraler gesellschaftlicher Herausforderungen leisten.

Diskurs von Gesellschaft und Wissenschaft

Auch die Prorektorin für Forschung und Weiterbildung der Katholischen Hochschule NRW, Prof. Dr. Liane Schirra-Weirich, unterstrich: „Die großen gesellschaftlichen Herausforderungen, denen wir uns im Verbund widmen - Alterung, Inklusion, Integration und soziale Segregation - erfordern eine kritische Auseinandersetzung mit aktuellen sozialpolitischen Prämissen und den sich hieraus ergebenden Rahmenbedingungen." Um den gleichberechtigten Zugang aller zur Gesellschaft zu ermöglichen, sei ein Diskurs von Gesellschaft und Wissenschaft auf Augenhöhe erforderlich. Schirra-Weirich bekräftigte: „Diesen Diskurs werden wir in unserem Verbund initiieren und nachhaltig ausbauen, mit dem Ziel, entscheidende Impulse für soziale Praktiken und Sozialpolitik zu liefern.“

Das „Transfernetzwerk Soziale Innovation“ – als Verbund von Katholischer Hochschule NRW und Evangelischer Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe – deckt mit seinen fünf Standorten das gesamte Bundesland Nordrhein-Westfalen ab. Ziel ist es, als Anlaufstelle für den Auf- und Ausbau von Transferstrukturen an Profil zu gewinnen. Eine Agentur für Transfer und Soziale Innovation sowie verschiedene Innovation-Labs machen Ideen und Kenntnisse aus der Forschung sichtbarer und beteiligen die Gesellschaft an der Entwicklung neuer Fragestellungen.