Forschungsschwerpunkt Digitale Zukunft

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Unter dem Begriff "4.0" wird seit einigen Jahren eine technologische Entwicklung verstanden, die zu einer revolutionären Veränderung im beruflichen und privaten Leben führen wird. Verbunden sind mit diesem Konzept die Vernetzung intelligenter technischer Systeme, der Einsatz von virtuellen Kopien realer Dinge, die Dezentralisierung von Planungen, die Erfassung und Verwaltung von Daten in nahezu Echtzeit sowie die individuelle Anpassung an Fähigkeiten und Wünsche der einzelnen Individuen.

Die digitale (R)Evolution hat und wird fortwährend Veränderungen in allen Lebensbereichen erwirken. Dieser Oberbegriff verdeckt jedoch, dass sich darunter in den jeweiligen Voraussetzungen, Durchdringungsgraden, erfassten Lebensbereichen und Geschäftsmodellen sehr heterogene Entwicklungen verbergen, die eine vereinheitlichende Wahrnehmung und Bewertung und damit auch Trendprognosen außerordentlich erschweren. Eine Reflexion über und Auslotung von Gestaltungsmöglichkeiten, die sowohl die Potentiale als auch die Risiken adäquat berücksichtigt, kommt dabei schnell zu kurz.

Die Errungenschaften durch digitale Techniken, wie die hohe Flexibilität, werden aktuell sowohl negativ, als ständige Erreichbarkeit und Entgrenzung von Arbeit, als auch positiv, als Zeitsouveränität mit neuen Freiheiten und Möglichkeiten, für den Menschen wahrgenommen und charakterisiert.

Zukünftige (Arbeits-)Welten gestalten

Fast unbeachtet ist bislang, dass die technischen Entwicklungen auch aktive Gestaltungsmöglichkeiten für eine moderne und erwachsene Form des digitalen Lebens und Arbeitens eröffnen. Es existieren Studien zur Reife und den möglichen Folgen der Digitalisierung von Prozessen. Es lässt sich jedoch kein eindeutiger Trend bzgl. Beschäftigungseffekten feststellen. D.h., es sind nicht die technischen Innovationen, die deterministisch eine bestimmte Richtung und Ausformung des digitalen Wandels erzwingen, sondern vielmehr zeichnet sich eine Pluralität und Gestaltbarkeit zukünftiger (Arbeits-)Welten ab.

Der Forschungsschwerpunkt „Digitale Zukunft“ setzt hier mit einem integralen Konzept an. Er wird identifizieren wo der Wandel stattfindet, seine Mechanismen verstehen und Methoden erarbeiten, um Menschen in der Berufswelt und im Privatleben vorzubereiten und zu begleiten. Das Gesamtkonzept „Digitale Zukunft“ wird somit für Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Privatpersonen Erkenntnisse und  Hilfestellungen erarbeiten, um die flexiblen Möglichkeiten zur intelligenten aktiven Gestaltung von  Prozess-, Produkt- und Serviceinnovationen konfliktfrei und sicher nutzen können.

Paderborn und Bielefeld arbeiten zusammen

In interdisziplinären Teams arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Paderborn und Bielefeld, in der Startphase aus den Bereichen Betriebswirtschaft, Elektrotechnik, Informatik, Psychologie und Soziologie zusammen. Diese interdisziplinäre Arbeit ermöglicht einen neuen Zugang zur Erforschung der Gestaltungsmöglichkeiten einer digitalen Zukunft. Die enge Kooperation von jeweiligen Fachexperten ermöglicht eine umfassende Erforschung der verschiedenen Komponenten sozio-technischer Systeme nicht zuletzt im Hinblick auf jeweilige Gestaltungsmöglichkeiten - jedoch gerade eben nicht isoliert für einzelne Aspekte, sondern in den jeweiligen systemischen Zusammenhängen.

Gefördert wird dieses Vorhaben vom NRW-Ministerium für Kultur und Wissenschaft.

Weitere Informationen

www.digitale-zukunft-nrw.de