Fraunhofer IAIS koordiniert neues Kompetenznetzwerk für Künstliche Intelligenz in NRW

Dr. Dirk Hecker, Prof. Dr. Andreas Pinkwart und Prof. Dr. Christian Bauckhage (v. l.) stellten gemeinsam die Pläne für ein neues Kompetenznetzwerk für KI in NRW vor.

NRW wird seine führende Position in der Forschung und Qualifizierung zum Themenfeld "Künstliche Intelligenz" (KI) deutlich ausbauen und ein neues Kompetenznetzwerk starten. Wie Innovations- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart bei seinem Besuch des Fraunhofer-Instituts für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS mitteilte, soll die geschäftsführende Stelle dafür in Sankt Augustin entstehen.

Minister Pinkwart: "Wir bündeln die Kompetenzen zur Künstlichen Intelligenz, um Forschung und Qualifizierung zu stärken und den Unternehmen dieses Wissen schneller zugänglich zu machen. Daten sind der Treibstoff der Zukunft und Künstliche Intelligenz hilft uns, diese Ressource für Wirtschaft und Gesellschaft nutzbar zu machen. In der Entwicklung und Anwendung nehmen unsere Hochschulen und Institute Spitzenplätze in Deutschland und Europa ein. Um die Forschung zu stärken und den Unternehmen dieses exzellente Wissen noch schneller zugänglich zu machen, wollen wir diese Kompetenzen bündeln und alle KI-Einrichtungen des Landes gleichberechtigt an diesem Netzwerk beteiligen". Das neue Projekt habe auch den Anspruch, NRW zur Leitregion für akademische und berufliche Aus- und Weiterbildung auf dem Gebiet der Data Sciences, des Maschinellen Lernens und der Künstlichen Intelligenz zu entwickeln.

"Das Land NRW verfügt über eine ausgezeichnete Forschungslandschaft mit Pionier-Einrichtungen für die praxisnahe Erforschung und Entwicklung von Technologien des Maschinellen Lernens und der Künstlichen Intelligenz", sagte Prof. Dr. Christian Bauckhage, Professor für Informatik an der Universität Bonn und Lead Scientist für Maschinelles Lernen am Fraunhofer IAIS. Wichtige Standorte in Nordrhein-Westfalen sind neben der Region Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis vor allem Aachen, Bielefeld, Bochum, Düsseldorf, Dortmund, Jülich, Münster, Paderborn, Siegen und Wuppertal. "Indem wir diese wissenschaftlichen Akteure noch stärker untereinander und mit der Wirtschaft vernetzen, schaffen wir eine wichtige Basis, um Unternehmen im Land NRW und darüber hinaus fit für die digitale Zukunft zu machen."

Minister Pinkwart: "Die Aufgaben, die vor uns stehen, sind überaus anspruchsvoll: Unternehmen dürfen ihre digitale Souveränität nicht verlieren, deshalb müssen Daten und Dienste möglichst in Europa bleiben. Insbesondere der Mittelstand muss die Chance erhalten, die Potenziale der Künstlichen Intelligenz für sich zu erschließen und kompetente Partner zu finden. Umgekehrt muss die KI-Forschung zunehmend praxisorientierte Themen aufgreifen – und wir alle brauchen einen gesellschaftlichen Dialog und ein verlässliches ethisch-rechtliches Fundament für dieses große Zukunftsthema."

Neben Maßnahmen zur Stärkung von Forschung, Lehre und Transfer im Sinne eines auf mehrere Standorte verteilten "Computer and Data Science Campus.NRW" diskutierten Bauckhage, Hecker und Pinkwart über die Einrichtung einer Koordinierungsstelle für das Kompetenznetzwerk in Sankt Augustin in enger Abstimmung mit den Partnern im Land sowie den Aufbau von Lernlaboren und Co-Working-Spaces. Weitere Themen waren Unterstützungsstrukturen für Start-ups und den Transfer in den Mittelstand unter Einbindung der nordrhein-westfälischen DigitalHubs und der in Ausschreibung befindlichen Exzellenz-Start-up-Center. Darüber hinaus wurde über Wege zur Stärkung der ethisch-rechtlichen Begleitforschung und des gesellschaftlichen Diskurses über die Chancen und Risiken dieses noch jungen Forschungs- und Innovationsgebiets diskutiert. Das neue, die unterschiedlichen Dimensionen umfassende Kompetenznetzwerk soll seine Arbeit in den kommenden Monaten aufnehmen.