GESIS und RWTH kooperieren in den Bereichen Computational Social Science und Algorithmen

Person vor Datenmengen

GESIS – Leibniz Institut für Sozialwissenschaften und die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH Aachen) schließen einen Kooperationsvertrag. Europas größte Infrastruktureinrichtung für die Sozialwissenschaften und die Exzellenzuniversität RWTH Aachen besetzen künftig gemeinsam eine Professur im Bereich Computational Social Science.

Außerdem engagieren sich die neuen Partner gemeinsam in der Forschung zu den gesellschaftlichen Auswirkungen der Generierung und Speicherung von Daten und deren Analyse mittels Algorithmen.

Die Kooperation verknüpft die Expertise von GESIS im Bereich Daten zur Beschreibung gesellschaftlicher Prozesse und die hochkarätige Forschung der RWTH an der Schnittstelle von Informatik und Gesellschaftswissenschaften. Bisher haben beide Einrichtungen unabhängig voneinander entsprechendes Forschungs-Know-How entwickelt: mit dem aus Exzellenzmitteln der BRD und der Länder geförderten Projekthaus HumTec fördert die RWTH interdisziplinäre Spitzenforschung zwischen den Geistes- und Sozialwissenschaften und den Ingenieurs- und Naturwissenschaften. GESIS seinerseits baut seine Expertise im Bereich von Umfrage- und amtlichen Daten derzeit gezielt aus und bereitet zunehmend auch „Big Data“ für die sozialwissenschaftliche Analyse auf.

Beide Einrichtungen werden künftig gemeinsam an Fragestellungen arbeiten, die an der Schnittstelle von Technik- sowie Geistes- und Sozialwissenschaft liegen, d.h. konkret im Spannungsfeld zwischen der Generierung und Speicherung großer Datenmengen, deren (standardisierter) Analyse durch Algorithmen und den damit verbundenen Ableitungen über Handlungsmuster. Zentrale Forschungsfragen sind unter anderem, wie Algorithmen unsere Gesellschaft beeinflussen indem sie z.B. soziale Ungleichheit verstärken oder zur Polarisierung politischer Meinungsbilder beitragen. Auch stellen sich ethische Fragen im Kontext von Daten, Algorithmen und Gesellschaft. Ziel der neuen Kooperation ist es, Rahmenbedingungen und Methoden zu entwickeln, die helfen, die Analyse großer Datenmengen anhand von Algorithmen zum Nutzen der Gesellschaft auf ethisch verantwortungsvolle Weise einzusetzen.