Gerda Henkel Stiftung nimmt mehr als 50 neue Projekte in die Förderung auf

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Die Gerda Henkel Stiftung fördert weltweit mehr als 50 neue Forschungsvorhaben. Die Stiftungsgremien bewilligten in ihrer diesjährigen Frühjahrssitzung hierfür knapp 5 Millionen Euro. In weiteren wesentlichen Entscheidungen wurde die Autorin und Publizistin Dr. Carolin Emcke in das Kuratorium der Stiftung berufen. Zudem beriefen die Kuratoriumsmitglieder die Historikerin Prof. Dr. Birgit Emich in den Wissenschaftlichen Beirat der Stiftung.

Emcke als neues Mitglied im Kuratorium

Dr. Carolin Emcke, geboren 1967, studierte Philosophie, Politik und Geschichte in London, Frankfurt am Main und Harvard und wurde mit einer Arbeit über den Begriff "Kollektiver Identitäten" promoviert. Von 1998 bis 2006 war sie festangestellte Redakteurin beim "Spiegel" und als Auslandsredakteurin in vielen Krisengebieten (Afghanistan, Pakistan, dem Kosovo, dem Irak, Kolumbien und dem Libanon u.a.) unterwegs. Von 2007 bis 2014 war sie als Autorin und internationale Reporterin für "Die Zeit" tätig (u.a. in Israel, der Westbank, Pakistan, Ägypten, dem Irak und den USA). Sie ist wöchentliche Kolumnistin für die Wochenend-Ausgabe der "Süddeutschen Zeitung". Zu den jüngsten Buchveröffentlichungen zählen "Gegen den Hass" (2016), "Weil es sagbar ist - Zeugenschaft und Gerechtigkeit" (2013) sowie "Wie wir begehren" (2012). Dr. Carolin Emcke wurde vielfach ausgezeichnet. Sie erhielt u.a. 2014 den "Johann-Heinrich-Merck-Preis" der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, 2015 den "Lessing-Preis" des Freistaates Sachsen und 2016 den "Friedenspreis des Deutschen Buchhandels" des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Emich neu im Wissenschaftlichen Beirat

Prof. Dr. Birgit Emich, ebenfalls geboren 1967, studierte Geschichte und Politikwissenschaften in Freiburg. Nach der Promotion 1999 und der Habilitation 2002 war sie Heisenberg-Stipendiatin der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Lehrstuhlvertretungen führten sie nach Freiburg, Münster und Dresden, eine Gastprofessur an das Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien Erfurt. Am Historischen Seminar der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster war sie Akademische Oberrätin, bevor sie 2010 Inhaberin des Lehrstuhls für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen wurde. Seit 2017 forscht und lehrt Prof. Dr. Birgit Emich als Inhaberin des Lehrstuhls für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Sie ist u.a. Ko-Sprecherin des Frankfurter Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften sowie Gewähltes Mitglied des Fachkollegiums 102 Geschichte der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Vorstands der Arbeitsgemeinschaft "Frühe Neuzeit" im Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands. Prof. Emich wird im Wissenschaftlichen Beirat der Gerda Henkel Stiftung auf Prof. Dr. Dr. h.c. Barbara Stollberg-Rilinger (Münster) folgen, die nach acht Jahren turnusgemäß ausscheidet.

Jahresbericht veröffentlicht

Der aktuelle Jahresbericht 2017 informiert über die laufenden Programme der Gerda Henkel Stiftung und stellt ausgewählte im vergangenen Jahr neu in die Förderung aufgenommene und abgeschlossene Forschungsarbeiten vor (https://www.gerda-henkel-stiftung.de/jahresbericht). Das Kurswertvermögen der Gerda Henkel Stiftung konnte erneut leicht gesteigert werden - von 862,8 Millionen Euro zum Jahresende 2016 wurde ein Zuwachs um 2,1% auf 866,8 Millionen Euro zum 31. Dezember 2017 erzielt. Mit über 15,3 Millionen Euro, die insgesamt für die Förderung wissenschaftlicher Vorhaben bereitgestellt wurden, gelang es der Stiftung, die positive Entwicklung der vergangenen Jahre fortzusetzen (2016: 16,6 Millionen Euro; 2015: knapp 12 Millionen Euro).

Über die Gerda Henkel Stiftung

Die Gerda Henkel Stiftung wurde im Juni 1976 von Frau Lisa Maskell zum Gedenken an ihre Mutter Gerda Henkel als rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts mit Sitz in Düsseldorf errichtet. Die Förderungen der Gerda Henkel Stiftung gelten den Historischen Geisteswissenschaften. In einigen Programmen wendet sich die Stiftung darüber hinaus gegenwarts- und zukunftsbezogenen Themen zu, vor allem im Rahmen der Sonderprogramme "Islam, moderner Nationalstaat und transnationale Bewegungen" sowie "Sicherheit, Gesellschaft und Staat". Im Rahmen des Lisa Maskell Stipendienprogramms fördert die Stiftung junge Geisteswissenschaftler in Afrika und Südostasien. In ihrem Förderschwerpunkt "Patrimonies" setzt sie sich für den Erhalt kulturellen Erbes vor allem in Krisenregionen ein. Im Zusammenhang mit geförderten Projekten unterstützt die Stiftung im Rahmen von ergänzenden Vorhaben auch soziale und humanitäre Maßnahmen. Die Gerda Henkel Stiftung kann ihre Zwecke im In- und Ausland verwirklichen.