Gleich und gleich gesellt sich gern - wie Homophilie Minderheiten benachteiligen kann

Gruppe grenzt eine Person aus

Viele Studien haben nachgewiesen, dass wir Menschen mögen, die uns ähnlich sind in sozialer und psychologischer Sicht. Für die Ähnlichkeitsattraktion, genannt Homophilie, spielen unterschiedliche Kriterien wie Bildung, Schichtzugehörigkeit, oder soziale Einstellungen eine Rolle. Das kann unterschiedliche Folgen haben.

Homophilie kann aber Minderheiten benachteiligen, indem sie ihre Fähigkeit einschränkt, Verbindungen mit einer Mehrheitsgruppe zu knüpfen“, erklärt Professor Strohmaier (GESIS und RWTH Aachen), der mit seinem GESIS-Forscherteam Fariba Karimi, Mathieu Génois, Claudia Wagner und Philip Singer den Einfluss von Homophilie auf die Sichtbarkeit von Minderheiten in sozialen Netzwerken untersucht hat. In der Studie „Homophily influences ranking of minorities in social networks“ entwickelten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein soziales Netzwerkmodell mit einstellbarer Homophilie und Gruppengröße. Damit lassen sich die Auswirkungen für Homophilie auf die Sichtbarkeit von Minoritäten in sozialen Netzwerken untersuchen und visualisieren. Die Ergebnisse der Studie wurden in der aktuellen Ausgabe von Nature veröffentlicht: www.nature.com/articles/s41598-018-29405-7

Während Homophilie für Minderheiten also negative Auswirkungen haben kann, sind gleiche Persönlichkeitsmerkmale für lange Partnerschaften indes sehr wichtig: Wie schon Beatrice Rammstedt (GESIS) und Jürgen Schupp (DIW) in ihrer Studie „Only the congruent survive – Personality similarities in couples“ (Personality and Individual Differences, DOI:10.106/j.paid.2008.06.007) nachweisen konnten sind Gemeinsamkeiten das beste Fundament einer Beziehung. Auf Basis des SOEP konnten sie eine hohe Übereinstimmung zwischen den Ehepartnern nachweisen und zeigen, dass die Persönlichkeitsdimensionen „Verträglichkeit“, „Pflichtgefühl“ und „Offenheit“ wichtig für die Stabilität einer Partnerschaft sind.

Kooperationen des GESIS – Leibniz-Instituts für Sozialwissenschaften und der RWTH Aachen

Die Studie über den Einfluss von Homophilie auf die Sichtbarkeit von Minderheiten in sozialen Netzwerken ist nicht die einzige Kooperation von GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften und der Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule RWTH Aachen. So stellen sie gemeinsam eine Professur im Bereich Computational Social Sciences und engagieren sich in der Forschung zu den gesellschaftlichen Auswirkungen der Generierung und Speicherung von Daten und deren Analyse mittels Algorithmen.