Institut für gesellschaftlichen Zusammenhalt: Bielefelder Forschende sind beteiligt

Zwei schüttelnde Hände, gemalt mit Kreide auf einer Tafel

Bevölkerungsgruppen fühlen sich nicht mehr ausreichend repräsentiert und an den Rand der Gesellschaft gedrängt, Lebenswirklichkeiten von Stadt und Land driften auseinander, neue Medien beschleunigen die Diskussionen in Deutschland. Wie steht es in diesen Zeiten um den gesellschaftlichen Zusammenhalt im Land? Welche Herausforderungen muss er meistern – und wie? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das neue „Institut für gesellschaftlichen Zusammenhalt“ (IGfZ).

Das Institut wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in der Hauptphase mit bis zu 10 Millionen Euro jährlich gefördert. Dafür wurde jetzt ein Verbund aus Hochschul- und Forschungsinstituten ausgewählt. Elf Einrichtungen aus zehn Bundesländern sollen gemeinsam ein Forschungsprogramm und eine Lenkungsstruktur für das dezentral angelegte Institut erarbeiten. Die Entscheidung fiel in einem wissenschaftsgeleiteten Wettbewerb.

„Die Lebenswirklichkeiten von Stadt und Land verändern sich und driften teilweise auseinander. Neue Medien verändern die Kommunikationskultur. In unserer pluralistischen Gesellschaft stellen sich andere Fragen als bisher, wenn es um Zugehörigkeit und Identität geht. Das beschäftigt die Bürgerinnen und Bürger“, sagte die Bundesforschungsministerin Anja Karliczek. „Darüber wollen wir in unserer Gesellschaft reden. Das neue Institut wird die genannten Fragen erforschen und dazu beitragen, viele Debatten auch zu versachlichen. Es wird uns helfen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.“

Das neue Institut für gesellschaftlichen Zusammenhalt soll die Forschung zu diesem Themengebiet vorantreiben. Multidisziplinär angelegt werden Forscher an verschiedenen Orten arbeiten. Das Institut soll mit praxisrelevanten Vorschlägen dazu beitragen, gesellschaftlichen Herausforderungen zu begegnen. Dafür wird es sich mit aktuellen für den Zusammenhalt der Gesellschaft relevanten Entwicklungen und ihren historischen Wurzeln auseinandersetzen. Die ausgewählten Einrichtungen werden in einer einjährigen Vorphase ein Gründungskonzept für das Institut entwickeln. Sie decken Aspekte wie Polarisierung und Populismus, Identitäten und regionale Erfahrungswelten, Medien und Konfliktkultur sowie Antisemitismus und Hasskriminalität ab.

In einem Wettbewerb wurde das Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) der Universität Bielefeld als eines von elf deutschen Forschungseinrichtungen für den Aufbau des IGfZ ausgewählt. Es ist damit als einzige Forschungseinrichtung aus Nordrhein-Westfalen beteiligt. Für den Verbund ausgewählt wurden neben der Universität Bielefeld die Technische Universität Berlin sowie die Universitäten Bremen, Frankfurt, Halle-Wittenberg, Hannover, Konstanz und Leipzig auch das Soziologische Forschungsinstitut Göttingen, das Hans-Bredow-Institut für Medienforschung Hamburg und das Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft Jena.

Weitere Informationen

www.bmbf.de/de/institut-fuer-gesellschaftlichen-zusammenhalt-startet-7044.html