Internationales Forschungsprojekt "Governing the Narcotic City"

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Drogenkulturen sind tief mit der Ökonomie, der Regierung und dem Alltag europäischer Städte verwoben. Im Rahmen der europäischen Förderrichtlinie Humanities in the European Research Area: Public Spaces (HERA 2019-2022) untersucht das internationale und interdisziplinäre Verbundprojekt, wie sich diese Diskurse und Konflikte um den öffentlichen Drogenkonsum auf das soziale Gefüge europäischer Städte im späten 20. und frühen 21. Jahrhundert ausgewirkt haben.

Unter der Leitung von Dr. Stefan Höhne vom Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) verbindet das Projekt in sechs multi-situierten Fallstudien historische und zeitgenössische Forschung in neun Städten: Amsterdam, Berlin, Bordeaux, Kopenhagen, Frankfurt, Rotterdam, Prag, Budapest und Zürich.

Insbesondere in den letzten 50 Jahren ist der Konsum und Handel von legalisierten wie illegalen Rauschmitteln zu einem weit verbreiteten Phänomen avanciert, das alle sozialen Schichten auf unterschiedliche Weise betrifft. Im medialen und politischen Diskurs gilt jedoch vor allem die Präsenz von drogenbezogenen Praktiken in öffentlichen Stadträumen als problematisch. Zugleich werden diese Praktiken oftmals mit spezifischen urbanen Gebieten, wie "Ghettos" oder "Angsträumen" verknüpft und mit marginalisierten Bevölkerungsgruppen, wie Wohnungslosen, Sexarbeiter*innen oder Migrant*innen, in Verbindung gebracht.

Welche imaginären Geographien und Repräsentationen urbaner Drogenkulturen sind in dieser Zeit entstanden? Wie haben Städte umstrittene narkotische Räume reguliert? Und welche Akteure haben diese Politiken in Frage gestellt und alternative Strategien und Visionen entwickelt? Um diese Fragen zu beantworten, widmet sich ab Juni 2019 das internationale Forschungsprojekt Governing the Narcotic City den Diskursen, Praktiken und Imaginationen öffentlicher Drogenkulturen von den 1970er Jahren bis heute, mit Schwerpunkt auf west- und mitteleuropäischen Städte.

Weitere Informationen

www.narcotic.city