Maria-Weber-Grant für Soziologin: Das Alltägliche hinterfragen

Porträt Anne-Kristin Kuhnt

Eine Kinderwunschbehandlung kostet Geld – möglicherweise noch mehr als das? Wie gut fühlen Personen mit Migrationshintergrund sich selbst ins Leben in Deutschland eingebunden? Solche Fragen stellt Dr. Anne-Kristin Kuhnt von der Universität Duisburg-Essen (UDE). Soeben wurde sie von der Hans-Böckler-Stiftung mit einem Maria-Weber-Grant ausgezeichnet. (© Anne-Kristin Kuhnt, Foto: Yvonne Ploenes)

Die Mitarbeiterin des Instituts für Soziologie forscht auf zwei Gebieten: Zum einen erforscht sie die Lebensbedingungen von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund in Deutschland. So fragt sie beispielsweise, wie gut sich Menschen in ihr soziales Umfeld integriert fühlen und ob sich Unterschiede zwischen Bevölkerungsgruppen auftun.

Zum anderen untersucht Kuhnt die individuellen und gesellschaftlichen Folgen der Reproduktionsmedizin: „In den Medien begegnet sie uns ständig, dabei geht es aber meist um individuelle Fälle. Die sozialwissenschaftliche Perspektive hingegen und die Konsequenzen des oft langen Prozesses – das ist noch kaum erforscht.“ Im September organisiert Kuhnt eine zweitägige internationale Konferenz zum Thema „Making Families through Assisted Reproductive Technologies“.

Maria-Weber-Grant

Die Hans-Böckler-Stiftung unterstützt mit dem Maria-Weber-Grant herausragende Habilitanden sowie Juniorprofessoren aller Fachrichtungen bei ihrer Hochschulkarriere: Insgesamt vier Preisträger erhalten jedes Jahr die Möglichkeit, sich für einige Zeit auf ihre Forschungsarbeit zu konzentrieren – eine wesentliche Voraussetzung, um eine feste Professur zu erhalten. Dafür werden jedem 20.000 Euro pro Semester gewährt, um eine personelle Unterstützung bei den Lehrverpflichtungen einzurichten.

Weitere Informationen

www.boeckler.de/113273.htm