Neue Publikationen: "Deutsches Engagement im Irak: Wie weniger mehr sein kann" und "Exodus aus Afghanistan"

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Irak befindet sich anhaltend im Umbruch. Nach dem militärischen Sieg der „Globalen Koalition gegen Daesh“ über den sog. Islamischen Staat (IS) Ende 2017 standen mit den Parlamentswahlen am 12. Mai 2018 politische Weichenstellungen an. Der aktuelle BICC Policy Brief formuliert Politikempfehlungen an die Bundesregierung und fordert ein konfliktsensibles, nach lokalen Gegebenheiten differenziertes Vorgehen.

Auf der Basis von Beobachtungen und Interviews, die die BICC-Forscherinnen Carina Schlüsing und Katja Mielke jüngst während eines Aufenthalts im Nordirak sammelten, argumentieren die Autorinnen, dass die Bundesregierung durch punktuell zu implementierende Maßnahmen die konstruktive Bearbeitung von Konfliktlagen auf lange Sicht strategisch beeinflussen kann, indem sie ihr militärisches Engagement zurückfährt und diplomatische sowie zivile Maßnahmen ausbaut.

In BICC Policy Brief 4�8 „Deutsches Engagement im Irak: Wie weniger mehr sein kann“ formulieren sie folgenden Politikempfehlungen:

  • Aktuelles militärisches Mandat klarer ausdifferenzieren
  • Militärische Zusammenarbeit auf nicht- letale Maßnahmen beschränken
  •  Hinwirken auf Vertrauensbildung in der Bevölkerung und integrative Politik der irakischen Partner
  • Diplomatischer Druck: UNAMI mit breiterem Mandat für den Verfassungsklärungsprozess ausstatten
  • Praktisches Engagement: Bereitstellung externer Expertise für die schrittweise Bearbeitung von Verfassungsartikel 140 und Unterstützung beim Wiederaufbau

Download unter: www.bicc.de/publications/publicationpage/publication/deutsches-engagement-im-irak-wie-weniger-mehr-sein-kann-806/

Publikation "Exodus aus Afghanistan"

Afghanistan ist noch weit entfernt von wirtschaftlicher Entwicklung und friedlichen Konfliktlösungsmechanismen. Abschiebungen aus Deutschland dorthin stoßen auf öffentliche Kritik. Im jüngsten BICC Policy Brief 5�8 „Exodus aus Afghanistan: Wie Deutschland Selbsthilfe und Eigeninitiativen unterstützen kann“ gehen die Autorinnen Elke Grawert und Katja Mielke der Frage nach, wie Deutschland Selbsthilfe und Eigeninitiativen in Afghanistan unterstützen kann.

Die Autorinnen geben basiert auf ihrer Feldforschung vor Ort die folgenden Empfehlungen an die Bundesregierung:

  • Initiativen für Afghanistan im Globalen Migrationspakt ergreifen: Für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen und für vereinfachte Geldtransfers.
  • Rechte von Binnenvertriebenen und Flüchtlingen in regionalen Aufnahmeländern im Globalen Pakt für Flüchtlinge verankern.
  • Keine Abschiebungen und Rückführungsprogramme aus Deutschland, der EU, Iran und Pakistan ohne Garantie nachhaltiger Sicherheit der Lebensverhältnisse.
  • Deutschland braucht ein Einwanderungsgesetz, von dem auch Menschen aus Afghanistan profitieren können.
  • Berufsausbildungs- und Beschäftigungsprogramme auch in Gebieten durchführen, die die afghanische Regierung nicht vollständig kontrolliert.

Weitere Informationen unter: www.bicc.de/publications/publicationpage/publication/exodus-aus-afghanistan-wie-deutschland-selbsthilfe-und-eigeninitiativen-unterstuetzen-kann-807/