Neue Publikationen zu Digitalisierung von Arbeit - Industrie 4.0

Digitalisierung

Die Forschungsprojekte, die im Rahmen des FGW-Themenbereichs "Digitalisierung von Arbeit – Industrie 4.0" durchgeführt wurden, haben ihren Abschluss gefunden. In diesem Rahmen sind verschiedene Studien nun veröffentlicht worden. Das Forschungsinstitut für gesellschaftliche Weiterentwicklung (FGW) ist ein gemeinnütziger Verein, der regelmäßig über seine Aktivitäten und neue Forschungsergebnisse aus dem FGW-Netzwerk informiert.

Heuristik 4.0 – Heuristiken zur Evaluation digitalisierter Arbeit bei Industrie 4.0 und KI-basierten Systemen aus soziotechnischer Perspektive

Durch die rasante Entwicklung digitaler Technologien verändern sich auch die Bedingungen, unter denen die Beschäftigten mit Technik interagieren. Die Evaluation digitalisierter Arbeitsbedingungen erweist sich dabei als besonders herausfordernd. Um trotz der Komplexität schnelle Evaluationsphasen zu ermöglichen, wird in der Studie der Einsatz von Heuristiken als Evaluierungsgrundlage vorgeschlagen. Thomas Herrmann und Jan Nierhoff erarbeiten in ihrer Studie acht Heuristiken, die es ermöglichen sollen, komplexe soziotechnische Settings unter den Bedingungen digitalisierter industrieller Arbeit schnell evaluieren zu können. Vorgestellt werden in der Studie auch Hinweise zu dem Einsatz der Heuristiken und das methodische Vorgehen zur Entwicklung der Heuristiken.

Arbeitsfolgen der Digitalisierung in der Handelslogistik jenseits von Substitution und Aufwertung

Eva-Maria Walker und Ulf Ortmann befassen sich in ihrer Studie mit den Prognosen und tatsächlichen Veränderungen von Tätigkeiten durch Digitalisierung in der Handelslogistik. Auf der Grundlage von quantitativen Erhebungen und Auswertungen, von Experteninterviews und von qualitativen Betriebsfallstudien werden die Arbeitsfolgen der Digitalisierung für Einfacharbeitende in der Intralogistik des Handels untersucht. Die Autoren argumentieren, dass sich – zumindest in den vorliegenden Fallstudien – aktuell keine Umbrüche beobachten lassen: weder im Sinne einer zu befürchtenden Substitution noch im Sinne einer zu begrüßenden Aufwertung von Arbeit. Jedoch zeigt sich auch, dass im Warten auf den prognostizierten tiefgreifenden Wandel die Gefahr besteht, dass Gestaltungsziele im Sinne guter Arbeit gegenwärtig nicht formuliert werden und Gelegenheiten zur Gestaltung des Wandels schließlich verstreichen.

Urbane Produktion – Dynamisierung stadtregionaler Arbeitsmärkte durch Digitalisierung und Industrie 4.0?

Im Forschungsprojekt zur Urbanen Produktion untersuchten Wissenschaftler_innen der RWTH Aachen und der Universität zu Köln (Caroline Mühl, Hans-Christian Busch, Martina Fuchs, Martina Fromhold-Eisebith) Trends für acht ausgewählte Städte in NRW im Hinblick auf die Erwartung, dass digitale Produktionstechnologien die Chancen und Rahmenbedingungen Urbaner Produktion deutlich wandeln. Regionalstatistische Analysen zeigen jüngere Struktur- und Entwicklungsmerkmale der Warenproduktion in den Stadtregionen auf. Neue Formen der Urbanen Produktion enstehen, die vor allem das konstruktive Zusammenspiel von Ingenieursdienstleistungen und handwerklichen Produktionsschritten betreffen. Ein im Projekt entwickelter Indikatorenkatalog gestattet es, die Entwicklungsbedingungen für digital unterstützte Urbane Produktion regionsspezifisch zu bewerten.