RUB und TU Dortmund begrüßen Ansiedlung eines Max-Planck-Instituts in Bochum

Datenstrom um einen Menschen

Die Max-Planck-Gesellschaft gründet ein neues Institut für Cyber Security und Privacy in Bochum. Die Ruhr-Universität Bochum (RUB) und die Technische Universität Dortmund sehen dabei Anknüpfungspunkte. Die IT-Sicherheitsspezialisten der RUB befassen sich mit vielfältigen Forschungsthemen in diesem Feld, angefangen bei Sicherheit für Webbrowser und Smartphones über eingebettete Sicherheit bis hin zum Faktor Mensch in der IT-Sicherheit.

Um den Faktor Mensch in der IT-Sicherheit drehen sich zum Beispiel die Projekte des NRW-Forschungskollegs SecHuman, in dem Tandems aus Technikern und Geisteswissenschaftlern gemeinsam forschen, und des landesweiten Graduiertenkollegs Nerd NRW, die beide vom Horst-Görtz-Institut für IT-Sicherheit an der Ruhr-Universität koordiniert werden.

In Dortmund blickt man auf eine lange Tradition in der Informatik zurück: Bereits 1972 wurde hier eine der ersten Fakultäten für Informatik in Deutschland gegründet. Heute koordiniert die Fakultät eines von vier bundesweiten Kompetenzzentren für Maschinelles Lernen, beteiligt sich am Dortmund Data Science Center und begleitet verschiedene Entwicklungen in der Industrie 4.0, insbesondere in Logistik und Produktion.

Aus den Forschungsaktivitäten der beiden großen Universitäten sind bereits zahlreiche praxisrelevante Anwendungen hervorgegangen: So ist im näheren Umfeld der Ruhr-Universität ein deutschlandweit einzigartiges Ökosystem für Cyber-Sicherheit entstanden. Bochum ist beispielsweise europaweit führend bei dem Thema Start-Ups auf dem Gebiet Cyber-Sicherheit, die auch durch den IT-Sicherheits-Inkubator Cube5 unterstützt werden. Auch das Center for Advanced Internet Studies in Bochum, das die Wechselwirkungen zwischen Internet und Gesellschaft in den Mittelpunkt stellt, unterstützt das Bochumer Ökosystem. Der Standort Dortmund fördert Ausgründungen aus der IT-Branche im Zuge des Strukturwandels bereits seit drei Jahrzehnten. Insbesondere im Technologiepark in unmittelbarer Nachbarschaft der TU Dortmund haben sich zahlreiche Start-Ups angesiedelt. Auch für diese Langzeitstrategie wurde Dortmund im September mit dem Titel „Digitalste Stadt“ ausgezeichnet.
„Die Ansiedlung des Max-Planck-Instituts passt hervorragend zu unserer Strategie, uns noch stärker mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen im Sinne unseres Leitbilds ‚Creating Knowledge Networks‘ zu vernetzen“, so Prof. Dr. Axel Schölmerich, Rektor der RUB. „Zugleich ist sie ein wichtiger Impuls für die Weiterentwicklung der Wissenschaftsstadt Bochum.“ Wie fruchtbar solche Netzwerke sind, zeigt am Standort Dortmund bereits das Kompetenzfeld Biomedizin und Wirkstoffforschung, in dem Universität, das Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie und weitere außeruniversitäre Partner eng miteinander kooperieren.

Als Standort für das neue Max-Planck-Institut erscheint Mark 51°7 ideal. Hier treibt die RUB mit ihren Partnern auf einem Technologiecampus künftig den Transfer zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft voran und hat bereits im Frühjahr den Mietvertrag für einen Teil des ehemaligen Opel-Verwaltungsgebäudes unterzeichnet, um dort unter anderem einen Maker Space aufzubauen. Erst kürzlich hat sich die Bosch-Gruppe mit einem Unternehmen dort angesiedelt, das ebenfalls auf dem Gebiet der IT-Sicherheit tätig ist.