Stefanie Gänger, Historikerin der Universität zu Köln, erhält wichtigsten deutschen Nachwuchspreis

Porträt Stefanie Gänger

Drei Wissenschaftlerinnen und sieben Wissenschaftler, darunter die Historikerin Stefanie Gänger von der Universität zu Köln, erhalten in diesem Jahr den Heinz Maier-Leibnitz-Preis und damit die wichtigste Auszeichnung für den wissenschaftlichen Nachwuchs in Deutschland. Das hat ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eingesetzter Auswahlausschuss in Bonn beschlossen. (Foto: Britta Frenz)

Die Preisträgerinnen und Preisträger erhalten die mit je 20.000 Euro dotierte Auszeichnung am 28. Mai in Berlin.
Stefanie Gänger ist seit 2013 Juniorprofessorin für Iberische und Lateinamerikanische Geschichte am Historischen Institut der Universität zu Köln. Sie wurde im Rahmen der Exzellenzinitiative für den Kernprofilbereich IV „Sozio-ökonomischer, kultureller und politischer Wandel im Globalen Süden“ berufen und forscht am interdisziplinären Global South Studies Center der Universität zu Köln.

Der Schwerpunkt ihrer Forschung liegt in der globalen Wissenschafts-, Medizin- und Umweltgeschichte der iberischen Welt im langen 19. Jahrhundert. Besonders mit der konsequenten Einbindung Lateinamerikas in globalhistorische Zusammenhänge hat sie Neuland betreten. Ihre Dissertation behandelte die Geschichte antiquarischer Sammlungen, Gelehrsamkeit und Soziabilität im Andenraum des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Das zweite Buch befasst sich mit der Kommunikation medizinischer Kenntnisse in der Atlantischen Welt um 1800 am Beispiel der südamerikanischen Chinarinde. Auch hier verfolgt Stefanie Gänger, die eng mit Forscherinnen und Forschern aus dem internationalen Feld der Wissen- und Wissenschaftsgeschichte vernetzt ist, einen genuin globalhistorischen Ansatz. Allein die Verwendung von Quellen aus vielen Teilen der Welt in unterschiedlichen Sprachen ist bemerkenswert.

Heinz Maier-Leibnitz-Preis

Seit 1977 wird der Heinz Maier-Leibnitz-Preis jährlich an hervorragende Forscherinnen und Forscher verliehen, die sich in einem frühen Stadium ihrer wissenschaftlichen Laufbahn befinden und noch keine unbefristete Professur innehaben. Der Preis dient als Anerkennung und zugleich als Ansporn, ihre wissenschaftliche Laufbahn eigenständig und gradlinig fortzusetzen. Benannt ist er seit 1980 nach dem Atomphysiker und früheren DFG-Präsidenten Heinz Maier-Leibnitz, in dessen Amtszeit (1973–1979) er erstmals vergeben wurde.
Für die diesjährige Preisrunde waren insgesamt 129 Forscherinnen und Forscher aus allen Fachgebieten vorgeschlagen worden. Die Auswahl traf der zuständige Ausschuss unter dem Vorsitz der DFG-Vizepräsidentin und Mathematikerin Prof. Dr. Marlis Hochbruck.

Weitere Informationen

www.dfg.de/gefoerderte_projekte/wissenschaftliche_preise/leibnitz-preis/

 

Quelle: Universität zu Köln