Technik garantiert nicht "gute Arbeit"

Zwei Personen mit Laptop

Digitalisierung verändert unsere Arbeitswelt – aber nicht nur die Technik, auch wirtschaftliche und soziale Faktoren spielen dabei eine Rolle: Wie sich Innovationen, Beschäftigung und Arbeitsplatzqualität wechselseitig beeinflussen, untersuchte das Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE) in einem internationalen Forschungsprojekt. Die Ergebnisse sind im aktuellen IAQ-Report 2018-03 veröffentlicht.

Innovative Betriebe schaffen mehr und stabilere Arbeitsplätze als ihre traditionell aufgestellten Mitbewerber, so das Ergebnis der IAQ-Auswertung aus dem IAB-Betriebspanel. Davon profitieren allerdings vor allem qualifizierte Arbeitskräfte, die Zahl gering qualifizierter Beschäftigter geht zurück. „Das bedeutet aber nicht, dass Innovationen durchgängig mit höheren Qualifikationen und besserer Arbeit einhergehen“, betont das IAQ-Forschungsteam um Dr. Karen Jaehrling. Das zeigen Fallstudien in zwei Wachstumsbranchen – der Handelslogistik und der Computerspielbranche.

Dabei können auch einfache Routine-Tätigkeiten zunehmen, die durch die neuen Technologien noch stärker zerlegt und abgewertet werden, wie das Beispiel der Handelslogistik zeigt. „Umgekehrt sind auch kreative Tätigkeiten mit steigenden Qualifikationsanforderungen kein Garant für ‚gute Arbeit‘, etwa in der Computerspielbranche, wenn die Entlohnung gering, die Arbeitszeiten lang und die Beschäftigung unsicher sind“, so Projektleiterin Dr. Karen Jaehrling.

Die Ursache dafür sieht die Forscherin vor allem in den aktuellen Marktdynamiken in beiden Branchen. „Die Digitalisierung läuft eben nicht im luftleeren Raum ab, sondern trifft auf einen ökonomischen Kontext, der sich negativ auf die Arbeitsqualität niederschlägt“, so Jaehrling.

Ihr Fazit: „Gerade in Wirtschaftsbereichen jenseits der traditionellen Kernbranchen der deutschen Wirtschaft fehlt es vielfach an Rahmenbedingungen und durchsetzungsfähigen Akteuren. Sie könnten die Impulse, die von Arbeitskräftemangel und demographischem Wandel ausgehen, in verbesserter Arbeitsqualität ummünzen.“

Weitere Informationen

www.iaq.uni-due.de/iaq-report/