Virtual Reality am Arbeitsplatz

Prof. Dr. Niclas Schaper von der Universität Paderborn

Die Digitalisierung von Geschäftsprozessen ist gerade für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ein Schritt, der zwar im Sinne einer zeitgemäßen Unternehmensführung notwendig, aber keineswegs trivial ist. Mitarbeitende dabei gezielt einzubinden, ist eine Herausforderung. Um diese Hürde zu überwinden, entwickeln Wissenschaftler der Universitäten Paderborn und Osnabrück ein Virtual Reality Tool, das die digitale Neugestaltung der Prozesse veranschaulichen und greifbar machen soll.

Das gemeinsame Forschungsprojekt „SoDigital“ („Sozio-digitale Innovation durch partizipative Prozessgestaltung im virtuellen Raum“) wird bis Juni 2022 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Europäischen Sozialfonds (ESF) mit rund 1,5 Millionen Euro gefördert. Bei dem Vorhaben sind auch Praxispartner aus dem Mittelstand eingebunden.

Ziel ist es, Mitarbeitende durch ein Tool – die sogenannte „SoDigital-VR-Box“ – an den digitalen Umbrüchen zu beteiligen. Konkret bedeutet das, neue Geschäftsprozesse sollen virtuell erfahrbar und selbst umfassende Vorgänge räumlich dargestellt werden. Letztendlich sollen durch die Perspektive der Mitarbeiter u. a. Arbeitsaufwand und Fehleranfälligkeit reduziert werden. Hintergrund ist das häufig uneinheitlich abgebildete Zusammenspiel von Arbeitsabläufen und den verschiedenen Gruppen der Beschäftigten, die an den Prozessen mitwirken.

Prof. Dr. Niclas Schaper, Leiter der Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Paderborn, untersucht die Auswirkungen der virtuellen Prozessneugestaltung auf Qualifikationsanforderungen, Einstellungen und Bindung der Mitarbeiter. Der Wissenschaftler erklärt: „Bereitschaft und Motivation spielen in jedem Betrieb eine zentrale Rolle. Insbesondere wenn es darum geht, Neuerungen einzuführen. Gerade bei komplexen Digitalisierungsprozessen ist es wichtig, Mitarbeiter angemessen einzubinden und vor allem zu unterstützen. Ist der Übergang einmal gelungen, geht es dann um zukünftige Kompetenz- und Qualitätsanforderungen“.

Weitere Informationen

www.uni-paderborn.de/nachricht/91153/