Wie Institutionen des zweiten Bildungsweges auf eine veränderte "Schulkultur" reagieren

Junge Personen während des Lernens

Welche Auswirkungen hat Migration auf die deutsche Gesellschaft? Diese Frage gewinnt an Bedeutung – nicht zuletzt vor dem Hintergrund der steigenden Zahl Geflüchteter. Um Antworten zu finden, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Förderlinie „Migration und gesellschaftlicher Wandel“ ins Leben gerufen. Eines der geförderten Projekte ist an der Bergischen Universität Wuppertal angesiedelt.

Prof. Dr. Doris Bühler-Niederberger (Soziologie der Familie, der Jugend und der Erziehung) und Prof. Dr. Claudia Schuchart (Institut für Bildungsforschung) beleuchten die Frage aus Sicht von Institutionen des zweiten Bildungsweges.

„Wir untersuchen, inwieweit diese Institutionen ihre Anforderungen, Erwartungen und auch Praktiken im Unterrichtsgeschehen an die veränderte Zusammensetzung von Schülerinnen und Schüler anpassen“, erläutert Prof. Dr. Schuchart. Dabei konzentrieren sich die Wissenschaftlerinnen auf unterschiedliche Aspekte: Mit welchen Erfolgserwartungen schlagen Studierende mit Migrationshintergrund den zweiten Bildungsweg ein? Welche Rolle spielt diese Haltung für die „Schülerkultur“? Welche Passung kann zwischen den individuellen Haltungen, der kollektiven „Schülerkultur“ und der institutionellen „Schulkultur“ erreicht werden? Und inwieweit ermöglicht diese Passung die Umsetzung von Ambitionen der Schülerinnen und Schüler?

„Die Ergebnisse sollen uns Aufschluss über die Bedeutung von Erfolgserwartungen und Ambitionen geben, die im Kontext von Migration zentral sind“, sagt Prof. Dr. Bühler-Niederberger. „Zudem wollen wir Herausforderungen benennen, denen Institutionen des zweiten Bildungsweges aktuell gegenüberstehen, und Möglichkeiten aufzeigen, ihnen zu begegnen.“ Diese Zielsetzung spiegelt der Titel des Projektes wieder: „Aufstieg als Integration: Eine Herausforderung für die Institutionen des zweiten Bildungswegs“.